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Chlorgas-Alarm im Wellnessbereich

Quelle: Aus Nordwest-Zeitung, Ammerland, vom 21. Mai 2016

Rund 80 Feuerwehrleute im Einsatz – Entwarnung nach fünf Stunden – Wasserleck als Ursache

Von Markus Minten


In speziellen Chemikalienschutzanzügen gingen die Einsatzkräfte in den Keller des Wellnessbereichs im „Jagdhaus Eiden“. Dort war am Freitagvormittag Chlorgas gebildet worden. Nach dem Einsatz wurden die Kameraden dekontaminiert. Bild: Markus Minten

Ein Gast und sechs Mitarbeiter wurden zur Kontrolle ins Krankenhaus eingeliefert. Nach kurzer Zeit konnten sie dieses aber schon wieder verlassen.

Bad Zwischenahn Chlorgas-Alarm im Vier-Sterne-Hotel: Im Wellnessbereich des „Jagdhaus Eiden“ ist es am Freitagvormittag zu einer Chlorgas-Bildung gekommen. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Zunächst wurden die Freiwilligen Feuerwehren Aschhausen, Kayhauserfeld und Bad Zwischenahn alarmiert. Auch der Gefahrgutzug des Landkreises sowie weitere Fahrzeuge der Technischen Zentrale waren vor Ort, insgesamt rund 70 Einsatzkräfte. Nach Mittag musste auch noch die Gefahrgutgruppe Edewecht alarmiert werden, da mehr Atemschutzgeräteträger benötigt wurden. Diese suchten in speziellen Chemikalienschutzanzügen im Keller des Wellnessbereichs, wo es gegen 10.30 Uhr zu einer Chlorgas-Bildung gekommen war, nach dessen Ursache.

Der Wellnessbereich sowie die darüber liegenden Hotelzimmer wurden von der Feuerwehr evakuiert. Ansonsten lief der Hotelbetrieb normal weiter. Nach Auskunft des Rettungsdienstes Ammerland, der mit mehreren Sanitätern und zwei Notärzten vor Ort war, wurden sieben Menschen – sechs Mitarbeiter und ein Gast – zur weiteren Beobachtung vorsorglich ins Klinikzentrum Westerstede gebracht. Dieses konnten sie nach Auskunft der Hotelleitung aber noch am Freitagnachmittag wieder verlassen.

Ein Hausmeister des Hotels hatte den Chlorgeruch wahrgenommen und einen Schwimmbadtechniker benachrichtigt. Dieser wiederum hatte nach einer Kontrolle die Feuerwehr alarmiert. Die stellte eine hohe Konzentration des giftigen Gases mit stechendem Geruch fest, zwischenzeitlich wurden mehr als 5 Prozent gemessen. Luft, die 0,5 bis 1 Prozent Chlorgas enthält, wirkt auf Säugetiere und Menschen tödlich, da die Luftwege und Lungenbläschen verätzt werden. Aber auch deutlich niedrigere Dosierungen können bei längerem Einatmen tödlich wirken.

Nach Erkenntnissen der Feuerwehr hatte es im Keller des Wellnessbereichs einen Wasserschaden gegeben. Der steigende Wasserpegel hatte schließlich Chlortabletten erreicht und diese zum Ausgasen gebracht. Feuerwehrkräfte dichteten unter Atemschutz und in Chemikalienschutzanzügen das Wasserleck ab, pumpten das Chlor-Wasser-Gemisch ab und belüftete den Bereich. Nach fünf Stunden war der Feuerwehreinsatz beendet.

Die ersten Hotelgäste saßen bereits am späten Freitagnachmittag kurz nach Abrücken der Einsatzkräfte wieder im Saunabereich.


Im Keller des Wellnessbereichs des Hotels war es zu dem Zwischenfall gekommen. Bild: Markus Minten


Die Feuerwehr war mit zahlreichen Einsatzkräften zum Einsatz im Wellnessbereich gekommen. Bild:Markus Minten

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