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Pappkamerad erfolgreich gerettet

Quelle: Aus Nordwest-Zeitung, Ammerland, vom 14. Juli 2016

Einsatz im Forschungszentrum „Next Energy“ mit ortsfremden Kräften

Von Marc Geschonke


Einsatz beim EWE-Forschungszentrum „Next Energy“ in Wechloy - hier hatten gleich mehrere Brandmeldeanlagen ausgelöst, wenngleich nur als Übung angesetzt. Bild: Marc Geschonke

30 Feuerwehrleute aus Petersfehn und Ofen waren in Wechloy. Die Bilanz ist zufriedenstellend.

Oldenburg/Petersfehn/Ofen Durchgeschwitzt und fern der Heimat, aber trotzdem zufrieden: Der Einsatz am Dienstagabend im EWE-Forschungszentrum „Next Energy“ war für rund 30 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Petersfehn und Ofen eine im wahrsten Sinne gute Übung. Zwar hatte eine Rauchmaschine für lediglich maue Spezialeffekte gesorgt und ein spärlich bemalter Pappkamerad sich bewusstlos gestellt – aber um Attraktivität und Action ging es da ja auch nicht. Das EWE-Forschungszentrum wollte vielmehr seine Krisenfestigkeit überprüft wissen und gleichsam den Einsatzkräften eine Chance zur Übung geben.

„Vor 30 Jahren wäre es wohl eine Todsünde gewesen, im fremden Revier zu wildern“, wird Siegfried Hacker nach insgesamt zweistündigem Einsatz sagen und damit das ortsfremde Feuerlöschen und Menschenretten meinen. Hacker ist „im richtigen Leben“ Einsatzleiter bei der Oldenburger Berufsfeuerwehr, war aber unterstützend vor Ort – schließlich sei schon lange die Erkenntnis gereift, dass es ohne „Freiwillige Feuerwehrkräfte nicht geht“.

Der Einsatz beginnt um kurz vor halb acht mit einem umgestoßenen Stuhl. „Willy“, Papp- und Metallfigur von Format, hat eine Rauchvergiftung und liegt im dritten Obergeschoss des Gebäudes herum.

Tim Glaser, Sicherheitsingenieur bei Next Energy, drückt auf den Einschaltknopf der Rauchmaschine, Sekunden später dröhnt der Alarm im Gebäude, weitere Sekunden später steht das Krisenkommunikationsteam bereits auf dem Sportplatz vorm Gebäude, der Sammelstelle im Notfall.

Nun warten sie hier gemeinsam auf die Feuerwehr – nach zwölf Minuten trifft das Team aus Ofen ein, weitere Minuten später kommt Petersfehn. Andreas Aßmann und Marvin Harms, Einsatzleiter der Züge, klären die Lage, holen die Laufpläne, sprechen sich ab. „Ihr die Menschenrettung, wir die Brandbekämpfung!“ Schläuche werden ausgerollt, Lüfter aufgestellt, Kollegen unter Atemschutz gesetzt, dann geht’s hinein ins Gebäude. Um kurz nach acht ist „Willy“ schon in Sicherheit; abgesehen vom Kopfstoß gegen die Metalltüren und den über den Boden schleifenden Füßen. Was soll’s, der Krankenwagen ist ja auch nur imaginär vor Ort. Trotz aller Vorkehrungen bleibt es halt eine Übung. Eine, die neben vielen positiven Erkenntnissen auch einige Schwachstellen aufgedeckt hat. Die selbstschließenden Türen sind ein Problem für die Einsatzkräfte, unter Zeitschaltung herunter fahrende Jalousien (obwohl sie sich im Alarmfall zunächst öffnen) ebenso. Und: Der Digitalfunk funktioniert innerhalb des Gebäudes so gut wie gar nicht.

„Die Feuerwehrleute haben geflucht, aber wirklich alles super gemacht“, befand Thomas Faasch, Technischer Leiter bei Next Energy und Initiator der Übung. „Wir sind bis auf ein paar Kleinigkeiten, die wir hier noch optimieren können, im Großen und Ganzen zufrieden.“

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