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Wenn’s bei Barbie brennt

Quelle: Aus Nordwest-Zeitung, Ammerland, vom 16. Juli 2016

Freiwillige Feuerwehr Apen schafft sich ein Rauchdemohaus an

Von Christopher Hanraets


Einsatz im Puppenhaus: Brandschutzerzieher Ralf Lübkemann von der Freiwilligen Feuerwehr Apen präsentiert das Rauchdemohaus. Damit soll unter anderem Grundschüler vermittelt werden, wie Räume verrauchen. Bild: Christopher Hanraets

Ein Puppenhaus bei der Feuerwehr? Ja – und nein. Denn dieses Rauchdemohaus ist vollgestopft mit Technik und alles andere als Kinderkram.

Apen In Apen spielt die Feuerwehr jetzt mit Puppen: Die Freiwilligenwehr hat sich ein Rauchdemohaus angeschafft. Das sieht auf den ersten Blick aus wie ein ganz normales Puppenhaus, ist aber vollgestopft mit Technik und erfüllt einen besonderen Zweck: Mit seiner Hilfe soll Grundschülern gezeigt werden, wie sich Rauch beim Brand ausbreitet und was man tun kann, um dem giftigen Qualm zu entkommen.

Ein solches Haus hat seinen Preis: Rund 3300 Euro musste die Feuerwehr samt Zubehör bezahlen. Finanziert wurde das zum größten Teil aus Einnahmen der Baumversteigerungsaktion der Feuerwehr und einer Spende des Gewerbekreises Apen.

„Hausherr“ ist Brandschutzerzieher Ralf Lübkemann. Mit einer Nebelmaschine kann er jedes einzelne Zimmer des Hauses voll Rauch pumpen. Türen und Fenster lassen sich von außen beliebig öffnen und schließen. „So kann man genau sehen, wie sich der Rauch verhält“, erklärt der Feuerwehrmann.

Außerdem befinden sich in den Zimmern verschiedene Gefahrenquellen. Streichhölzer liegen herum, eine nicht abgeschaltete Kaffeemaschine steht da, die Feuer fängt, und es gibt einen offenen Kamin, der einen Teppich in Brand setzt. „Die Kinder sollen auch für diese Gefahren sensibilisiert werden“, erläutert Apens Gemeindebrandmeister Hartmut Bollen.

Rauchmelder wichtig

In vier Zimmern sind außerdem Rauchmelder angebracht. Wenn die Zimmer vollqualmen, schlagen sie Alarm. Im richtigen Haus seien seien die Melder besonders nachts wichtig. „Es muss nicht brennen, damit es raucht“, sagt Bollen. Wer schlafe, rieche nichts – und wenn es nicht brenne, gibt es auch keine Hitzeentwicklung und keinen Feuerschein, der einen wecken könne. Deshalb seien Rauchmelder so wichtig.“

Auch wenn es manchmal übertrieben wirkt, wenn Lübkemann eins der Puppenzimmer in wenigen Sekunden einnebelt: „Wenn eine Zigarette in einer Matratze steckt, reichen zwei bis drei Minuten, um einen Raum voll zu rauchen“, sagt Bollen. Bei einem Einsatz mit einer qualmenden Matratze habe man sogar das Dach abdecken müssen, um in dem Haus überhaupt etwas sehen zu können.

Das Haus ist nicht nur für die Aufklärung von Grundschülern gedacht. „Wir wollen es auch für die feuerwehrtechnische Ausbildung in der Jugendfeuerwehr und bei den aktiven Feuerwehrleuten nutzen“, so Lübkemann. Mit Hilfe von kleinen Lüftern könne der Qualm aus dem Haus gepustet werden. Solche Gebläse hat die Feuerwehr auch im realen Einsatz dabei – nur ein paar Nummern größer. Wie Rauch am besten nach draußen befördert wird, können die Kameraden an dem Rauchdemohaus proben.

Tipps bei Bränden

Bei aller Aufklärung und Ausbildung – was soll man tun, wenn man Rauch im Haus bemerkt? Der Gemeindebrandmeister rät: „Andere im Haus warnen, in die entgegengesetzte Richtung rennen und die Feuerwehr rufen. Wenn der Fluchtweg versperrt ist, weil das Treppenhaus verqualmt ist, die Tür so gut wie möglich abdichten, das Fenster öffnen und auf sich aufmerksam machen.“

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