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„Leben ohne Feuerwehr nicht vorstellbar“

Quelle: aus Nordwest-Zeitung, Ammerland, vom 7. März 2015

Wie Stefanie Helmerichs und Yvonne Kruse im Löschwesen ihren Mann stehen

Sie erledigen die gleichen Aufgaben wie Männer und retten, löschen, bergen und schützen. Das Engagement in der Wehr sei ein tolles Ehrenamt, das für viel Zufriedenheit sorge, sagen die beiden.
von
Doris Grove-Mittwede



Edewecht Das „Helfer-Gen“ haben sie – da sind sich die Edewechterin Stefanie (Steffi) Helmerichs (30) und die Jeddeloherin Yvonne Kruse (34) sicher. „Menschen in Notsituationen helfen zu können, ist einfach eine tolle Aufgabe“, sagt Yvonne Kruse. Und Steffi Helmerichs fügt nickend hinzu, dass es sehr befriedigend sei, wenn man das Wissen und Rüstzeug habe, anderen helfen zu können und dass es zudem beruhigend sei zu wissen, dass es Menschen gäbe, die einem selbst auch in der Not helfen würden.

Einen großen Teil ihrer Freizeit widmen die beiden Frauen einem Ehrenamt, das bei vielen ihrer Geschlechtsgenossinnen als ungewöhnlich gilt: Steffi Helmerichs und Yvonne Kruse sind aktive Feuerwehrfrauen.

Aus Feuerwehrfamilie

Schon von Kindesbeinen an spielte die Feuerwehr für Yvonne Kruse eine Rolle. „Ich stamme aus einer Feuerwehrfamilie“, berichtet die Hauptfeuerwehrfrau der Ortswehr Jeddeloh II. Ihr Vater Ewald sei aktiv in der Feuerwehr, Opa Ernst gehöre zu den Alterskameraden und auch Uropa Dietrich war bereits Mitglied der Feuerwehr.

„Mich haben schon als Kind die großen, roten Autos fasziniert und ich fand es toll, wenn ich meinen Vater begleiten durfte und z.B. bei Übungen eine Verletzte mimen konnte“, sagt die Mitarbeiterin eines Zwischenahner Lebensmittelunternehmens.

„Ich hatte früher überhaupt gar keine Beziehung zur Feuerwehr“, berichtet hingegen Steffi Helmerichs, die zur Ortswehr Edewecht gehört. „Den Zugang dazu erhielt ich über eine Freundin, die mich 2003 ansprach, weil sie Hilfe in der Leistungswettbewerbsgruppe der Feuerwehr benötigte. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete. Ich habe einige Dienste mitgemacht und war begeistert von der Teamarbeit und der tollen Kameradschaft“, so die Groß- und Außenhandelskauffrau. „Einen Freund aus der Feuerwehr wollte ich allerdings nie, aber das Leben meinte es anders mit mir“, lacht die 30-Jährige, die ihren Ehemann, den stellvertretenden Edewechter Ortsbrandmeister Tim Helmerichs, in der Wehr kennenlernte.

Frauen hätten in der Feuerwehr die gleichen Aufgaben zu erledigen wie die männlichen Kollegen und würden im Retten, Bergen, Löschen und Schützen ausgebildet, berichten die beiden Frauen. Langsam würde man an diese Aufgaben herangeführt und – in dem man Lehrgänge besuche – weiterqualifiziert. Zu Beginn sei man in einer Wehr vor allem Schüler, nach und nach werde man – mit dem entsprechenden Fachwissen und der Erfahrung – mehr zum Lehrenden und könne dann auch mehr Verantwortung übernehmen, sagt Hauptfeuerwehrfrau Steffi Helmerichs, die über eine Zusatzausbildung als Atemschutzträgerin verfügt. Fortbildungen spielen im Feuerwehrwesen eine wichtige Rolle, ergänzt Yvonne Kruse, die kürzlich wieder die „Schulbank“ drückte und an einem Lehrgang als Gruppenführerin teilnahm.

Das Reizvolle am Engagement in der Feuerwehr seien neben der Teamarbeit und der Kameradschaft die vielfältigen Aufgaben, die weit mehr seien als das Löschen von Bränden und Hilfsleistungen nach Unfällen, berichten die beiden. Tierrettung, das Beseitigen von Sturmschäden auf Straßen, das Beseitigen von Ölspuren, das Begleiten von Umzügen gehörten u.a. auch dazu. Sicherlich gäbe es manchmal schwierige Situationen, wenn man z.B. zu schweren Unfällen gerufen werde, bei denen Menschen sterben würden. Jeder habe eine andere Art, mit solchen Bildern fertig zu werden, sagt Steffi Helmerichs. Stark unterstützend sei dabei das Gespräch mit den Kameraden oder dem Notfallseelsorger.

Zeitintensives Hobby

Zeitintensiv sei das ehrenamtliche Engagement in der Feuerwehr schon, da zu den Einsätzen auch Diensttreffen, Übungen und Fortbildungen gehörten. Die jeweiligen Partner und die Familien müssten ein solches Engagement mittragen. „Wir brauchen noch weitere Frauen“, werben die beiden, die sich ein Leben ohne Feuerwehr nicht vorstellen können. Interessierte sollten sich einfach unverbindlich an ihre jeweilige Feuerwehr wenden.

 

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