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Leck im Tank fordert Kameraden

Quelle: Aus Nordwest-Zeitung, Ammerland, vom 6. Juli 2013

90 Feuerwehrleute rücken zu „Gefahrgutunfall“ aus – Training für Ernstfall

Neun Feuerwehreinheiten waren zum früheren Flieger­horstgelände ausgerückt. Hier galt es, einen leckenden Methanol-Tank zu sichern

Von Markus Minten


Trotz Holzekeilen und Dichtpaste sprudelte das Methanol weiter aus dem leck geschlagenen Tank. Für die Feuerwehrleute galt es, das richtige Vorgehen zu finden. Bild: Markus Minten


Ende eines schweißtreibenden Einsatzes: Nach der Dekontamination wurden die Kameraden aus Schutzanzügen und vom Atemschutz befreit. Bild: Markus Minten

Metjendorf Der Riss im Tank war nur wenige Zentimeter lang. Dennoch stellte er die Feuerwehrkameraden vor Herausforderungen. Rund 90 Kräfte aus neun Einheiten waren Sonntagmorgen zu einem angenommenen Gefahrgutunfall auf dem Gelände des früheren Fliegerhorstes ausgerückt. Angenommenes Szenario: In einer chemischen Fabrik hatte ein Mitarbeiter einen stechenden, beißenden Geruch wahrgenommen. Er konnte um 8.10 Uhr noch die Feuerwehr alarmieren, bevor er vor der Halle zusammenbrach. Ein Tank mit Methanol – leicht entzündbar und giftig – war leck geschlagen.


Die Freiwillige Feuerwehr Metjendorf war zuerst am Unfallort. Nach Rettung des Mitarbeiters aus der Gefahrenzone wurde ein 50-Meter-Radius um die ehemalige Flugzeughalle, die als Fabrik diente, abgesperrt. Fortan durften nur die für den Umgang mit Gefahrgut geschulten Feuerwehrleute unter Atemschutz und in Schutzanzügen an die Unfallstelle. Der Gefahrgutzug des Landkreises sowie weitere Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Wiefelstede, Rastede, Elmendorf, Bad Zwischenahn, Aschhausen, Kayhauserfeld und Edewecht wurden alarmiert. Da die Kameraden nur rund 20 Minuten unter Atemschutz in den Schutzanzügen eingesetzt werden konnten, mussten die Kräfte regelmäßig ausgetauscht werden.

Bei schwüler Hitze in der aufgeheizten Halle spannten sie zunächst unter dem Tank eine Gefahrstoffwanne auf. Anschließend ging es an das Stopfen des Lecks. Das allerdings erwies sich als schwierig. Sowohl Holzkeile und Dichtpaste als auch ein Druckkissen stoppten den heraussprudelnden Gefahrstoff nicht sofort. Der wurde schließlich umgepumpt.

Nach jeweils 20 Minuten ging es für die Einsatzkräfte zur Dekontamination (Entfernen von gefährlichen Verunreinigungen) bei den Aschhauser Kameraden. „Die Sauna kannst du dir heute sparen“, stand dann fest.

Neben der Einsatzleitung, die fiktiv zwischenzeitlich auch die Bevölkerung über den Gefahrgutunfall informiert hatte, schaute auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Andree Hoffbuhr den Kameraden bei der Übung zu. Und auch Wiefelstedes Bürgermeister Jörg Pieper ließ es sich nicht nehmen, den Feuerwehrleuten einen Besuch abzustatten und sich von deren Leistungsfähigkeit zu überzeugen. Mittags gab es im Feuerwehrhaus nicht nur eine Stärkung, sondern auch eine erste Manöverkritik.


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