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Samstag, 2. Oktober 2021 08:00

Spende geht voll beladen ins Flutgebiet

Bei der Fahrzeug-Verabschiedung in Bad Zwischenahn (von links): Klaus Fischer (OFV), Kreisbrandmeister Friedrich Delmenhorst, Stellvertreter Jürgen Scheel, Tim Cölsmann, Martin Schreiber, stellvertretender Kreisbrandmeister Matthias Siehlmann und Bürgermeister Arno Schilling. Bei der Fahrzeug-Verabschiedung in Bad Zwischenahn (von links): Klaus Fischer (OFV), Kreisbrandmeister Friedrich Delmenhorst, Stellvertreter Jürgen Scheel, Tim Cölsmann, Martin Schreiber, stellvertretender Kreisbrandmeister Matthias Siehlmann und Bürgermeister Arno Schilling. Christian Quapp

Ein voll ausgestattetes Feuerwehrfahrzeug geht als Spende ins Flutgebiet im Ahrtal. Ausrüstung im Neuwert von fast 80.000 Euro hat die Freiwillige Feuerwehr Bad Zwischenahn organisiert.

Bad Zwischenahn Ausgediente Feuerwehrfahrzeuge werden in Bad Zwischenahn üblicherweise sang- und klanglos verabschiedet. Die Ausrüstung wird ausgeladen, Funkgeräte ausgebaut, das Fahrzeug selbst wird verkauft. Doch beim LF16/12 der Freiwilligen Feuerwehr Bad Zwischenahn ist das anders. Nach der Flutkatastrophe im Sommer hatten Ortsbrandmeister Martin Schreiber und Stellvertreter Tim Cölsmann die Idee aufgebracht, das Fahrzeug einer Wehr zur Verfügung zu stellen, die bei der Flutkatastrophe ihre gesamte Ausrüstung verloren hat. Und nicht nur das Fahrzeug sollte ins Ahrtal, es sollte auch so beladen sein, dass die Feuerwehrleute vor Ort damit direkt für jeden möglichen Einsatz gerüstet sind.

 

Voll beladen

Das ist, wie Martin Schreiber am Donnerstagabend vor zahlreichen Feuerwehrkameraden und Gästen melden konnte, auch gelungen. Dank zahlreicher Sach- und Geldspenden ist das Fahrzeug mit allem ausgestattet, von Atemschutzgeräten über Motorsägen und Leitern bis zum Stromgenerator und der Wärmebildkamera. Zahlreiche weitere Ausrüstungsgegenstände wurden bereits vor Wochen ins Ahrtal gebracht. Insgesamt 10.757,68 Euro an Geldspenden kamen zusammen, die dank günstiger Lieferantenpreise ausreichten, um viele Ausrüstungsgenstände neu zu beschaffen. Gebrauchte, aber geprüfte und voll einsatzfähige Ausrüstung kam von vielen Feuerwehren und Firmen in der Umgebung. Der Neuwert allein der Ausstattung liege bei 75.000 bis 80.000 Euro, verkündete der sichtlich dankbare Martin Schreiber. Die Anschaffung des Fahrzeugs war in die Amtszeit seines Vaters Walter Schreiber als Ortsbrandmeister gefallen.
Viele Helfer

Neben den Spendern hätten auch der Förderverein der Feuerwehr bei der steuerlichen Abwicklung geholfen, die technische Zentrale mit einer Abschlussprüfung des Fahrzeugs und die Zwischenahner Kameraden, die sich darum gekümmert hätten, das Fahrzeug für die neue Ausrüstung anzupassen. Als ein besonderes Zeichen der Kameradschaft unter Feuerwehrleuten bezeichnete Kreisbrandmeister Friedrich Delmenhorst die Aktion der Zwischenahner. Wie Schreiber war auch er schon im Katastrophengebiet. „Man kann das Leid dort gar nicht beschreiben“, so Delmenhorst. „Der Verband kann stolz auf euch sein“, sagte auch Klaus Fischer, der als stellvertretender Leiter des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes (OFV) zu der ungewöhnlichen Fahrzeugverabschiedung gekommen war. Es sei die ureigenste Eigenschaft von Feuerwehrleuten, dass sie helfen wollen, wenn sie Not sehen, sagte Bürgermeister Arno Schilling. Das Fahrzeug sei tadellos in Schuss und werde im Flutgebiet gute Dienste leisten.

Rat entscheidet

Der Gemeinderat muss in seiner Sitzung am 12. Oktober noch entscheiden, ob das Fahrzeug tatsächlich als Spende abgeben wird und damit dauerhaft bei der Feuerwehr in Kreuzberg bleibt. „Diese Entscheidung“, da war sich Schilling sicher, „ist aber nur noch Formsache.“ Der Erlös aus dem Verkauf eines ausgedienten Feuerwehrfahrzeugs liegt üblicherweise bei 8000 bis 10 000 Euro.

Weitere Informationen

  • Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland
  • Datum: Samstag, 2. Oktober 2021
  • Autor: Christian Quapp
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