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Mittwoch, 8. September 2021 08:02

Darum geht der Feuerwehr das Löschwasser aus

Ein Feuerwehrmann dreht einen Hydranten auf: Weil die Rohre immer dünner werden, bekommt die Feuerwehr daraus zu wenig Wasser, um Brände zu löschen. Ein Feuerwehrmann dreht einen Hydranten auf: Weil die Rohre immer dünner werden, bekommt die Feuerwehr daraus zu wenig Wasser, um Brände zu löschen. DPA

Weil Haushalte immer weniger Wasser verbrauchen, werden die Rohre durch dünnere ersetzt. Dadurch kommt aber zu wenig Wasser aus den Hydranten: ein Dilemma für die Feuerwehren.

Edewecht Sitzt die Feuerwehr bald auf dem Trockenen? Es ist schon länger bekannt, dass es in einigen Teilen von Edewecht nicht genug Löschwasser gibt. Deshalb wurde bereits Ende 2019 beschlossen, jährlich 30.000 Euro für den Ausbau der Löschwasserversorgung bereitzustellen. „Seither war es möglich, durch verschiedene Maßnahmen Verbesserungen zu erzielen“, berichtete Dirk Gerdes-Röben von der Verwaltung im Feuerwehrausschuss am Montagabend.

 

Sechs neue Hydranten

So sei die Unterversorgung der L831 von Portsloge bis Süddorf durch vier Hydranten behoben worden. Für den Bereich der Dorfstraße in Friedrichsfehn wurden zwei Hydranten beauftragt. Laut Aussagen des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) fehle es aber aktuell an Fachfirmen, die die Aufträge abarbeiten können. Somit sei mit einer Umsetzung erst in 2022 zu rechnen.

„Die Versorgung mit Löschwasser wird aus verschiedenen Gründen ein dauerhaftes Problem der Gemeinden bleiben“, so Gerdes-Röben. Die Wasserversorger müssten dafür sorgen, dass ihr Trinkwassernetz den Lebensmittelvorschriften entspricht. Hierzu sei ein dauerhafter Fluss in den Rohren nötig, um eine Verkeimung des Wassers zu verhindern. Da die Haushalte aber immer weniger Wasser verbrauchen, nimmt die Fließgeschwindigkeit ab. Verhindern ließe sich dies nur, indem die Rohrdurchmesser verringert werden.

Andere Möglichkeiten

Wenn die Rohre dünner werden, können Hydranten allerdings nicht mehr so viel Wasser liefern wie zuvor. Aus diesem Grund sind laut Gerdes-Röben neue Lösungen wie Löschwasserbrunnen, Löschwasserteiche oder Löschwasserbehälter erforderlich. Doch auch bei den alternativen Löschwasserquellen hakt es. In Teichen und Löschwasserbrunnen kann der Wasserstand klimabedingt zu niedrig sein. Zudem sei der Bau von Löschwasserbrunnen in einigen Bereichen nicht mehr zielführend. Bei der Grundschule Osterscheps wurde vor einigen Jahren ein solcher Brunnen errichtet. Dieser liefert allerdings trotz Kosten von 27.000 Euro nicht ausreichend Wasser.

Einen planbaren Schutz würden deshalb nur Löschwasserbehälter bieten. „Diese haben zwar ein begrenztes Volumen, sind jedoch unabhängig von der Witterung immer gefüllt“, sagte Gerdes-Röben. Nachteilig seien nur die hohen Kosten von bis zu 50.000 Euro. Für die Zukunft solle dennoch überlegt werden, Neubaugebiete mit Löschwasserbehältern (ähnlich wie Zisternen) auszustatten, um unabhängig vom Trinkwassernetz zu sein. Es bietet sich an, diese unter Freiflächen oder Spielplätzen anzulegen. Die Kosten könnten über die Erschließungskosten auf die Grundstückspreise umgelegt werden. Durch den Anschluss des Behälters an die Oberflächenentwässerung wäre eine dauerhafte Befüllung des Behälters gewährleistet.

Weitere Informationen

  • Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland
  • Datum: Mittwoch, 8. September 2021
  • Autor: Arne Jürgens
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