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Montag, 15. Juni 2020 09:Jun

Unwetter trifft Westerstede am stärksten

Gefahrguteinsatz in Westerstede: Auch ein Dekontaminationszelt wurde aufgebaut. Darin können die Chemieschutzanzüge der Feuerwehrleute gereinigt werden. Gefahrguteinsatz in Westerstede: Auch ein Dekontaminationszelt wurde aufgebaut. Darin können die Chemieschutzanzüge der Feuerwehrleute gereinigt werden. 261News/Andre van Elten

Nach einer Gefahrgutwarnung in Westerstede kam es in der Nacht zu Sonntag zu einem Großeinsatz mit mehr als 100 beteiligten Personen. Gefordert waren die Freiwilligen Feuerwehren aber nicht nur dort.

Westerstede Das Unwetter am Wochenende hat im Ammerland insbesondere in Westerstede für Dutzende Einsätze der Rettungskräfte gesorgt. Am Samstag waren die Feuerwehren ab etwa 20.45 Uhr bis Sonntagmorgen gegen 6 Uhr unterwegs, berichtete Stadtbrandmeister Mathias Siehlmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Am Sonntag ging es ab 9 Uhr weiter.

Spektakulärster Vorfall war ein Gefahrguteinsatz in der Beethovenstraße in Westerstede – ein Bereich, den es bei dem Unwetter am stärksten getroffen hatte, so Siehlmann. Die Freiwilligen Feuerwehren waren dort bereits im Einsatz, um Keller leer zu pumpen, als gegen 0.30 Uhr bei einem Mehrparteienhaus die Kohlenmonoxid-Warnmeldegeräte der Retter anschlugen.

 

Im Keller des Gebäudes trieben Behältnisse mit Verdünnungsmitteln und Farbenlacken im Wasser. „Auch einen Kanister, auf dem ein Gefahrgutsymbol zu sehen war, haben wir entdeckt“, berichtete Siehlmann. Auf dem Wasser bemerkten die Einsatzkräfte darüber hinaus einen grauen Schleier. Erst hinterher stellte sich heraus, dass es sich hierbei um Material für Hohlraumdämmung handelte. Nach Analyse einer Wasserprobe konnte Entwarnung gegeben werden.

„Wir wussten zunächst ja nicht, was da drin ist“, schilderte Siehlmann die ersten Eindrücke vor Ort. Wie in solchen Fällen üblich wurde dann der Gefahrgutzug Ammerland alarmiert. Vor Ort wurde ein Dekontaminationszelt aufgebaut, in dem die Chemieschutzanzüge der Feuerwehrleute nach dem Einsatz gereinigt werden können.

Parallel wurden neun Bewohner des Mehrparteienhauses evakuiert, sechs Erwachsene und drei Kinder. Sie wurden notärztlich versorgt und vom Rettungsdienst und dem Deutschen Roten Kreuz betreut. Verletzt wurde keiner der Bewohner. Bei einem vorherigen Einsatz erlitt aber ein Feuerwehrmann einen Schwächeanfall und wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Insgesamt waren mehr als 100 Personen an der Einsatzstelle, berichtete Siehlmann. Neben den Feuerwehrleuten, Rettungsdienst und DRK waren auch das Technische Hilfswerk und die Polizei vor Ort. Zur Verstärkung kamen Feuerwehrleute aus dem gesamten Landkreis.

Einen weiteren größeren Einsatz gab es unterdessen in Westerloy. Im Bereich der Ihausener Straße waren die Gräben, über die normalerweise die Oberflächenentwässerung erfolgt, vollgelaufen, berichtete der Stadtbrandmeister. Dadurch sei auch ein Grundstück überflutet worden. Drei Stunden war die Feuerwehr im Einsatz, um das Wasser abzupumpen. Auch im Bereich der Westersteder Straße waren die Feuerwehrleute bis Sonntagfrüh gefordert. Dort mussten ebenfalls mehrere Pumpen in Stellung gebracht werden, um einen Ablaufschacht zu entlasten, der nicht mehr in der Lage war, die Wassermassen aufzunehmen. Das Wasser war auch hier in ein Haus gelaufen.

Weitere Informationen

  • Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland
  • Datum: Montag, 15. Juni 2020
  • Autor: Frank Jacob
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