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Donnerstag, 23. April 2020 08:Apr

Die Waldbrandgefahr steigt

Einsatz unter erschwerten Bedingungen: Bei Waldbränden müssen sich die Einsatzkräfte oft querfeldein zwischen den Bäumen bewegen. Einsatz unter erschwerten Bedingungen: Bei Waldbränden müssen sich die Einsatzkräfte oft querfeldein zwischen den Bäumen bewegen. nonstopnews

„Ein Feuer braucht drei Dinge: Sauerstoff, Material und einen Funken“, sagt Dennis Eike, Kreispressesprecher der Ammerländer Feuerwehren. Und dieser Funke werde meistens von einem Menschen entfacht.

Ammerland „Es sieht vielleicht nicht so aus, aber wir haben jetzt schon ein Problem, es ist schlimm“, sagt Andree Hoffbuhr mit Blick auf die Trockenheit im Landkreis Ammerland. Der Chef der Feuerwehren im Landkreis weiß: „In den Wäldern droht Brandgefahr.“ Die meisten Menschen in der Region gingen im Frühjahr überhaupt nicht von so einer Lage aus, doch so sei es. „Es ist gefährlich“, betont der Kreisbrandmeister. Das müssten die Ammerländer verstehen. „Wir müssen sie sensibilisieren.“

Ein Funke reicht aus

„Ein Feuer braucht drei Dinge: Sauerstoff, Material und einen Funken“, ergänzt Dennis Eike, Kreispressesprecher der Ammerländer Feuerwehren. Und dieser Funke, so führt er weiter aus, werde bei Wald- oder auch Moorbränden meistens von einem Menschen entfacht. Ein kleiner Funke könne da schon ausreichen, sagt er, und verweist auf etliche Einsätze, die auf eben jene kleinen Funken zurückzuführen sind. Ein Klassiker, so wird im Gespräch deutlich, sind Ammerländer, die trotz Wind und Hitze im eigenen Garten und auf Gehwegen Unkraut abflammen. Statt des Unkrauts steht dann schnell mal eine ganze Hecke in Flammen, im schlimmsten Fall später noch ein Schuppen, das eigene Haus oder ein angrenzendes Feld.

Große Gefahr für weitere Feuer sind beim Waldspaziergang achtlos weggeworfene Zigaretten, Grillen auf ausgedörrten Lichtungen oder das simple Abstellen eines Wagens über einer vertrockneten Grasfläche. All das kann Funkenflug auslösen, einen Brand auslösen und so schlussendlich auch Menschen in Gefahr bringen. Wurden dann vielleicht sogar noch illegal chemische Abfälle oder anderer Müll im Wald entsorgt, so Dennis Eike, potenziere das die Gefahr.

Einsatz in Wildenloh

Allein in den vergangenen Sommern und Frühsommern 2018 und 2019 kam es im Ammerland immer wieder zu Flächen- und Waldbränden, die sich aufgrund von Hitze und ausbleibenden Niederschlägen zu Großbränden entwickelten. Eine der wohl größten Herausforderungen in den Trocken-Perioden war im vergangenen Jahr der Waldbrand in Wildenloh, dieser brach bereits im April aus.

Sieben Wehren mussten damals ausrücken, um eine rund 1500 Quadratmeter große Waldfläche zu löschen. Die Brandherde lagen im dichten Unterholz und waren schlecht zugänglich. Um alle Glutnester ablöschen zu können, mussten die Einsatzkräfte teils den Boden per Hand umgraben. Damit das Wasser besser in den trockenen Boden eindringen konnte, wurde zudem sogenanntes Netzmittel beigefügt. Die Löscharbeiten zogen sich über Stunden hin, für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte eine Tortur.

Dieser und weitere Einsätze hätten gezeigt, so Kreisbrandmeister Andree Hoffbuhr, dass die Wasserversorgung an den Waldgebieten und Feldern in Trockenperioden äußerst dürftig sei. Zum einen werde deshalb nun versucht, mit Hilfe von transportablen Wassertanks Abhilfe zu schaffen. Zum anderen sei schon ein Netzwerk mit Ammerländer Landwirten aufgebaut worden, die im Notfall Wasser bereitstellen würden. „Eine weitere Lösung könnten für solche Brände Schläuche mit geringerem Durchmesser sein“, so der 63-Jährige weiter. Diese hätten aber noch nicht alle Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis.
•  Der Deutsche Wetterdienst gibt auf seiner Website einen Überblick über die Waldbrandgefahr in Deutschland. Aktuell wird die Lage im Ammerland mit der Stufe drei von insgesamt fünf bewertet. Die jeweiligen Zonen sind farblich markiert.

Mehr Infos unter www.dwd.de

Weitere Informationen

  • Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland
  • Datum: Donnerstag, 23. April 2020
  • Autor: Anuschka Kramer