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Donnerstag, 12. März 2020 20:Mär

Millionen für die Ammerländer Feuerwehr

Kein aufrechter Stand möglich: Michael Sommer auf dem Dach eines Feuerwehrfahrzeuges in der Werkstatt Kein aufrechter Stand möglich: Michael Sommer auf dem Dach eines Feuerwehrfahrzeuges in der Werkstatt Christian Quapp

2,74 Millionen Euro will der Landkreis in die Technische Zentrale investieren. Wofür ist das Geld gedacht und was passiert dort überhaupt?

Elmendorf An der technischen Zentrale (TZ) an der Kreuzung von Dreiberger und Elmendorfer Straße in Elmendorf sind viele Ammerländer schon vorbei gefahren. Hinter den Toren stehen zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge, Spezialfahrzeuge, die vor allem bei größeren Einsätzen gebraucht werden.

Die Zentrale ist aber viel mehr als nur ein Parkplatz, sie ist Werkstatt, Reinigung und Ausbildungszentrum – ohne sie wäre keine Feuerwehr im Ammerland handlungsfähig. Jetzt wird dort der Platz knapp. In den kommenden Jahren stehen deshalb große Baumaßnahmen an.

 

Die Werkstatt

Das Hauptproblem: Die Einsatzfahrzeuge werden immer größer, sie wachsen vor allem in die Höhe. Und jedes Feuerwehrfahrzeug aus dem Ammerland ist regelmäßig für eine Woche in der Zentrale. „Wir entnehmen jedes Ausrüstungsteil und prüfen es, genau wie alle Teile des Fahrzeuges selbst“, erklärt Michael Sommer, Leiter der TZ mit dem Titel Kreisschirrmeister.

Spätestens, wenn es darum geht, die auf dem Dach verstauten oder montierten Ausrüstungsteile zu prüfen, wird es für die Mitarbeiter eng. Aufrecht stehen ist kaum möglich. „Das geht im Moment nur in der Waschhalle, die ein höheres Dach hat“, sagt Thomas Jürgens, Leiter des Dezernats IV beim Landkreis Ammerland.

Im kommenden Jahr soll das Dach der aus den 70er Jahren stammenden Werkstatthalle erhöht werden. Dazu plant der Landkreis den Bau einer weiteren Halle. In diesem Zug soll auch die Elektrowerkstatt, in der unter anderem Funkgeräte und elektronische Geräte gewartet werden, näher an die anderen Werkstätten rücken.

„Wir wollen die TZ insgesamt auf den aktuellen technischen Stand bringen und zukunftssicher machen“, erklärt Jürgens. Dazu hatte der Landkreis bereits 2017 eine Organisationsuntersuchung in Auftrag gegeben. Die jetzt geplanten Baumaßnahmen sind das erste Ergebnis. 2,74 Millionen Euro wird der Aus- und Umbau voraussichtlich kosten, die Planungen dafür laufen jetzt im Kreishaus an. Beginnen werde der Bau wohl nicht mehr vor 2021, sagt Jürgens.

Die Ausbildung

Mit diesen Plänen ist es aber noch nicht getan: Eine weitere elementare Aufgabe der technischen Zentrale ist die Ausbildung neuer Feuerwehrleute und die Weiterbildung. 270 Feuerwehrmänner und -frauen wurden allein 2019 in Elmendorf aus- und weitergebildet – an Wochentagen, wie an Wochenenden. Während die Seminarräume für die theoretische Ausbildung auf aktuellem technischen Stand sind, fehlen draußen Übungsflächen. Der Landkreis steht deshalb kurz vor dem Ankauf von rund 24 000 Quadratmetern Wiesenfläche nördlich der technischen Zentrale. Vom richtigen und sicheren Umgang mit Schläuchen und Pumpen bis zur Rettung von Unfallopfern aus Autos sollen Feuerwehrleute hier auf alle möglichen Aufgaben vorbereitet werden.

Ein bis zu zwölf Meter hoher Turm soll das sogenannte „Anleitern“ ermöglichen. Ausgenommen sind Motorsägenlehrgänge, diesen Lärmpegel wollte der Kreis den Bewohnern der umliegenden Häuser nicht zumuten. Die meisten anderen Übungsbestandteile, so hat ein Immissionsgutachten ergeben, könnten auf der Fläche stattfinden.

„Sobald ein genauer Plan für die Nutzung der Fläche vorliegt, werden wir natürlich auf die Anwohner zugehen, ihnen die Pläne vorstellen und wenn möglich auch auf Wünsche eingehen“, verspricht Jürgens.

Die „Reinigung“

Bleibt noch ein dritter Punkt: Die technische Zentrale hält nicht nur viele Einsatzgegenstände wie Pressluftflaschen, Atemschutzgeräte und Schläuche bereit, mit denen die Ammerländer Ortswehren bei Bedarf versorgt werden, sie ist auch für die Wartung und Reinigung von Atemschutzgeräten und Schläuchen verantwortlich.

Das bedeutet: Alle Bestandteile der Atemschutzgeräte wie Masken, Lungenautomaten und Druckluftflaschen werden in regelmäßigen Abständen sowie nach Einsätzen nach Elmendorf gebracht, gereinigt, desinfiziert und auf Funktion überprüft.

„Schon ein Haar in einem Ventil kann dafür sorgen, dass eine Maske die Dichtigkeitsprüfung nicht schafft“, erläutert Uwe Behrens, „und das muss man dann finden“. Rund 3000 Prüfungen pro Jahr nehmen er und seine Kollegen vor. Dazu kommen kilometerweise Schläuche die ebenfalls gereinigt, auf Dichtigkeit geprüft und im großen Schlauchturm getrocknet werden müssen.

Wie in den Feuerwehrhäusern der Gemeinden ist auch hier die Schwarz-Weiß-Trennung ein großes Thema. Masken, Schläuche und andere Ausrüstungsgegenstände werden bei ein Einsätzen oft mit gesundheitsschädlichen Stoffen kontaminiert. Sie sollen grundsätzlich getrennt von allen fertig gereinigten Geräten transportiert, aufbewahrt und behandelt werden.

Benutzte Masken und Schläuche werden bereits jetzt in dicht verschlossenen Behältern angeliefert, dennoch hat der Kreis beschlossen, einen Fachplaner zu beauftragen, der ermitteln soll, ob eine vollständige Schwarz-Weiß-Trennung im bestehenden Gebäude möglich ist. „Je nach den Ergebnissen dieser Prüfung werden wir auch in diesem Bereich noch umbauen müssen“, sagt Jürgens.

Weitere Informationen

  • Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland
  • Datum: Donnerstag, 12. März 2020
  • Autor: Christian Quapp
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