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Dienstag, 18. Februar 2020 19:Feb

Ammerländer Feuerwehren suchen neuen Chef

Lässt sich nicht noch einmal zur Wahl aufstellen: Kreisbrandmeister Andree Hoffbuhr Lässt sich nicht noch einmal zur Wahl aufstellen: Kreisbrandmeister Andree Hoffbuhr Doris Grove-Mittwede

Zwei Interessenten für die Nachfolge von Kreisbrandmeister Andree Hoffbuhr gibt es schon. Doch wer weiß, wie viele Einsatzkräfte noch ihren Hut in den Ring werfen...

Ammerland Rund 1700 Mitglieder zählen die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Ammerland. Mitglieder, die ehrenamtlich dafür Sorge tragen, dass Brände gelöscht, verunglückte Autofahrer aus ihren Fahrzeugen befreit, Sturmschäden beseitigt werden. Einsätze, die viel abverlangen und von den Führungskräften innerhalb der verschiedenen Ortswehren im Landkreis koordiniert werden. An der Spitze aller Wehren steht das Team um den Kreisbrandmeister. Aktuell ist das Andree Hoffbuhr – Edewechter, 62 Jahre alt und fest entschlossen, dieses Ehrenamt nun zeitnah abzugeben.

 

Jüngere ans Ruder

„Es wird Zeit, Jüngeren das Ruder zu überlassen“, ist der Feuerwehrmann überzeugt. Seit 40 Jahren gehört er zur Einsatztruppe, seit 35 Jahren engagiert er sich in ganz unterschiedlichen Führungspositionen, zuletzt als Chef aller Wehren im Kreis. „Nun ist Schluss. Ich bin zu alt, es ist der richtige Zeitpunkt, jetzt in die Altersabteilung zu wechseln.“

Wobei, jetzt ist nicht sofort jetzt, denn die Wahlen stehen erst Anfang November an. Dann gibt es noch eine Übergangsfrist, und zwar bis zum 1. Oktober 2021, dem offiziellen Amtswechseltermin.

Der Nachfolger für Hoffbuhr steht noch nicht fest, zwei Kandidaten haben aber bereits ihr Interesse bekundet: Friedrich Delmenhorst, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Wiefelstede und im Vorstand als Schriftführer aktiv, sowie Ralf Hasselder, stellvertretender Ortsbrandmeister der Feuerwehr Nordloh-Tange.

Das Ehrenamt des Kreisbrandmeisters – die Wahlperiode dauert sechs Jahre – ist vielfältig: Er oder auch sie ist der organisatorische und taktische Leiter der Kreisfeuerwehr und gleichzeitig Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands. In dieser Funktion vertritt er den Verband auch nach außen, insbesondere gegenüber dem Landkreis, dem Land Niedersachsen und den übergeordneten Feuerwehrverbänden.

Zu den Aufgaben gehört es zu überprüfen, ob die Stärke und Gliederung der Feuerwehren den Vorschriften entsprechen und Ausbildung sowie Ausrüstung ausreichend sind. Es gilt sicherzustellen, dass die Nachwuchs- und Altersschichtung den Fortbestand der Feuerwehr gewährleisten und Lehrgänge bei der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz beantragt werden. Gleichzeitig müssen geeignete Feuerwehrfrauen und -männer für Aufgaben auf Kreisebene ausgewählt und gefördert oder auch Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt werden.

Ob es im Laufe der Zeit noch mehr Anwärter für Hoffbuhrs Job geben wird, wird sich zeigen. „Es ist aber schon mal gut, dass Interessenten da sind“, freut sich der 62-Jährige. Etwas Besseres könnte man sich für eine anstehende Wahl doch gar nicht wünschen.

Wenn er eine Empfehlung aussprechen soll, dann nur die, sich für die Aufgabe Zeit zu nehmen. „Man benötigt drei, vier Jahre, um wirklich in den Job reinzukommen“, sagt er. Erst dann könnten die Weichen für eigene Projekte neu gestellt werden. Wenn sich also jemand fände, der bereit wäre, auch – natürlich je nach Wahlausgang – zwei Amtsperioden hintereinander zu absolvieren, könnte das von Vorteil für die Feuerwehr sein.

Ausbildung im Blick

Schwerpunkte würde dann jeder ohnehin selbst legen. Sein eigenes Augenmerk, so führte der Edewechter aus, lag immer vor allem bei der Förderung der Ausbildung und Jugendarbeit. Umso mehr freue es ihn, dass die Wehren im Ammerland dank einer engagierten Kinder- und Jugendarbeit vor Ort so gut aufgestellt seien. Als neuste im Bundes würde jetzt beispielsweise Westerloy eine Kinderfeuerwehr gründen. „Das ist gut“, so Hoffbuhr, dem die Stellvertreter Heino Brüntjen aus Ohrwege und Jürgen Scheel aus Spohle zur Seite stehen. „Kinder- und Jugendfeuerwehren bedeuten viel Arbeit, aber wir profitieren davon.“

Eine Drohne für die Feuerwehr?

Benötigen die Feuerwehren im Landkreis Ammerland eine Drohne? Geht es nach der Führung auf Kreisebene, ist das der Fall. 25 000 Euro kostet das Flugobjekt, das unter anderem mit besonderen Highlights wie einer Wärmebildkamera ausgestattet werden soll. Die Bedienung trainiert und übernimmt die „Drohnengruppe Ammerland“. Mit Hilfe der Drohne soll die Gefahrenlage bei Wald- oder auch Gebäudebränden wie im vergangenen Jahr beim Brand der Tennishalle in Westerstede gleich neben der Ammerland-Klinik besser eingeschätzt werden können. „Für den Brand in Westerstede mussten wir die Drohne aus Cloppenburg ausleihen“, so Kreisbrandmeister Andree Hoffbuhr. Künftig solle eine eigene Drohne noch schneller Hilfe bieten.

Die Kosten sollen von den sieben Kommunen im Landkreis übernommen werden.

Weitere Informationen

  • Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland
  • Datum: Dienstag, 18. Februar 2020
  • Autor: Anuschka Kramer
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