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Montag, 20. Mai 2019

Fliegerbombe in Rostrup erfolgreich gesprengt

Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland vom Samstag, 18. Mai 2019, Autor: Christian Quapp
Die Bombe wurde ungefähr 2,50 Meter tief vergraben und riss einen rund sieben Meter tiefen Krater. Die Bombe wurde ungefähr 2,50 Meter tief vergraben und riss einen rund sieben Meter tiefen Krater. Bild: Christian Quapp

Im Radius von 1000 Metern um die Bombe musste evakuiert werden. Da die Entschärfung missglückte, wurde der Blindgänger gesprengt.

Rostrup Rund zweieinhalb Meter tief war das Erdloch, in dem Sprengmeister Michael Crölle und seine Kollegen Christoph Coldewey, Jann Kirchner und Detlef Speckmann vom Kampfmittelräumdienst die Fünf-Zentner-Bombe versenkten, die am Freitagmorgen auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses in Rostrup gefunden wurde.

Nach der Sprengung der Bombe war das Loch rund sieben Meter tief. Die 15 Tonnen Erde, mit denen der rund 1,10 Meter lange und 45 Zentimeter dicke Sprengkörper bedeckt worden war, verteilten sich nach der Explosion im weiten Umkreis, bis auf die 40 Meter entfernte Elmendorfer Straße. Bis zu 30 Zentimeter lange, scharfkantige Metallsplitter gingen rund um die Explosionsstelle nieder.

 

Wenige Minuten später gab Crölle endgültig Entwarnung und zahlreiche Menschen aus Rostrup durften wieder zurück in ihre Häuser im Umkreis von einem Kilometer um den Fundort.

Die Bombe war am Vormittag entdeckt worden, sie lag bei einer Sortieranlage, mit der auf dem Gelände derzeit Schutt und Erde getrennt werden. Offenbar war der Sprengkörper vorher bei Erdarbeiten ausgegraben, aber nicht bemerkt worden. Die amerikanische Weltkriegsbombe war, als sie gefunden wurde, im hinteren Bereich offen, einer von zwei Zündern fehlte.

Zunächst war nicht klar, ob sie noch mit Sprengstoff oder mit Erde gefüllt war. Als sich die Kampfmittelräumer gegen Mittag sicher waren, dass sie es mit rund 115 Kilogramm Sprengstoff zu tun haben, wurde auch klar, dass Menschen in einem Radius von 1000 Metern um den Fundort in Sicherheit gebracht werden müssen. Wäre die Bombe bei dem Versuch sie zu entschärfen detoniert, hätten Splitter in diesem Umkreis niedergehen und schwerste Verletzungen verursachen können.

Die Einsatzkräfte, bestehend aus Polizei, Rettungsdienst und zahlreichen Kräften der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Bad Zwischenahn, hatten sich zunächst beim Park der Gärten getroffen, verlegten dann aber ihre Einsatzzentrale zur Grundschule Rostrup.

Von dort wurden alle Maßnahmen koordiniert und hier wurde auch ein Anlaufpunkt für die evakuierten Menschen eingerichtet, die nicht anderswo unterkommen konnten.

Feuerwehrleute gingen im betroffenen Gebiet von Tür zu Tür, um die Einwohner zu informieren. Die Schnelleinsatzgruppe des Roten Kreuz Ammerland sorgte für den Transport von mehr als zehn Menschen, die ihre Wohnungen nicht aus eigener Kraft verlassen konnten. Sie versorgte die Evakuierten und die Einsatzkräfte außerdem in der Grundschule mit Getränken, und Essen, auch Medikamente mussten für einige Menschen beschafft werden.

Gegen 17 Uhr versuchten die Kampfmittelexperten, den verbliebenen Zünder der Bombe auszubauen. Der Sprengkörper war aber stark deformiert und ein Teil des Zünders blieb stecken – eine Sprengung blieb als einzige Option.

Diese verzögerte sich dann noch einmal, weil eine Gasleitung der EWE aus Sicherheitsgründen geschlossen werden musste.

Um 18.44 Uhr und um 18.45 Uhr knallte es dann: Zunächst sorgte ein Vogelschreck dafür, dass auch Tiere aus dem Gefahrenbereich vertrieben wurden. Die eigentliche Sprengung kam an der Grundschule Rostrup deutlich gedämpfter an, war aber als Vibration im Boden deutlich spürbar.

Sichtlich erleichtert traten die Evakuierten den Heimweg an. Nachdem die Stimmung in der Grundschule bis zum frühen Abend recht gelassen war, machte ab 18 Uhr vielen die lange Wartezeit zu schaffen.

Ausdrücklich lobte Michael Crölle die hervorragende Zusammenarbeit mit allen Beteiligten Einsatzkräften, eine Einschätzung, der sich auch Wilfried Fischer von der Gemeindeverwaltung anschloss.

Einer der Bombensplitter: Rund 30 Zentimeter ist das extrem scharfkantige Metallstück lang.
Einer der Bombensplitter: Rund 30 Zentimeter ist das extrem scharfkantige Metallstück lang. Bild: C. Quapp

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