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Montag, 11. März 2019

„Brandopfer“ zügig befreit

Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland vom Montag, 11. März 2019, Autor: Christian Quapp
Löschen und retten: Das trainierten die Feuerwehren der Gemeinde Bad Zwischenahn am Freitagabend im ehemaligen Seniorenheim der Awo in Rostrup. Löschen und retten: Das trainierten die Feuerwehren der Gemeinde Bad Zwischenahn am Freitagabend im ehemaligen Seniorenheim der Awo in Rostrup. Bild: Christian Quapp

Für die Feuerwehrleute kam die Übung im ehemaligen Awo-Seniorenheim überraschend. Nicht einmal die „Opfer“ aus der Jugendfeuerwehr Apen war vorgewarnt.

Rostrup Es ist einer der problematischsten Einsätze, der für Feuerwehrleute vorstellbar ist: Brand in einem Seniorenheim, in dem mehrstöckigen, verwinkelten Gebäude befinden sich 20 Personen, bettlägerig, möglicherweise dement.

Am Freitagabend in Rostrup war dieses Szenario nur eine Übung, die „Opfer“ Mitglieder der Jugendfeuerwehr Apen. Wie auch die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Bad Zwischenahn wussten sie vorher nicht, was an diesem Abend ihre Aufgabe war. Eigentlich war eine Besichtigung der Drehleiter bei der technischen Zentrale in Elmendorf angekündigt. Nichts sollte vor dem Übung durchdringen, darauf hatte Gemeindebrandmeister Heino Brüntjen geachtet. Selbst die Bewohner des neuen Awo-Heimes waren erst am Nachmittag informiert worden.

 

Nachdem um 19.19 Uhr der Alarm ausgelöst worden war, verfolgten Brüntjen, Stellvertreter Hartmut Schaffer und einige weitere Eingeweihte den Funk zwischen den ersten Einsatzfahrzeugen und der Leitstelle in Oldenburg. Tag und Uhrzeit des Einsatzes sowie die Adresse des leerstehenden, ehemaligen Seniorenheims der Awo an der Elmendorfer Straße reichten für viele Einsatzkräfte dann doch aus, um zu erkennen, dass es hier wohl nicht um einen Ernstfall ging.

So war die Stimmung auch relativ entspannt, als der erste Feuerwehrmann im Laufschritt an der Elmendorfer Straße eintraf – allein war er vorgefahren, um die Lage zu erkunden. „Hast du nicht dein rotes Auto vergessen?“, fragte Brüntjen zur Belustigung von Awo-Mitarbeitern, die die Übung verfolgten.

Das erste Einsatzfahrzeug, die Drehleiter aus der technischen Zentrale in Elmendorf kam aber nur eine Minute später an – weniger als zehn Minuten nach dem Alarm. Und nur zwei Minuten später stieg der mit zwei Männern besetzte Korb zu den Balkonen im zweiten Stockwerk, wo hinter einem Fenster Licht und dicker, von Nebelmaschinen erzeugter Dunst zu sehen war. Scheiben klirrten und schon wenig später wurden die ersten „Opfer“ nach unten gebracht.

Unterdessen trafen weitere Fahrzeuge ein. Auch über die Eingänge drangen Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten und Lampen in das Gebäude ein, andere stellten die Wasserversorgung her, dafür wurden sogar Schläuche bis zum Ufer des Zwischenahner Meeres gelegt.

Nachdem die ersten Opfer mit offensichtlichem Standort „gerettet“ waren, ging es um die systematische Suche. Vor dem Awo-Neubau hatte der Zwischenahner Ortsbrandmeister Martin Schreiber als Einsatzleiter den Gebäudeplan vor sich, der bei den Feuerwehren für derartige Gebäude grundsätzlich vorliegt. Hier meldeten die Suchtrupps, welche Teile des Gebäudes bereits geräumt waren, auch die Abstimmung mit der der Polizei, die bei der Absicherung der voll gesperrten Elmendorfer Straße half, fand hier statt.

Die Übung bot den Einsatzkräften gleich mehrere seltene Trainingsmöglichkeiten. „Das Gebäude ist sehr verwinkelt, die Suche muss gut koordiniert sein“, erläuterte Heino Brüntjen, der die Übung mit Hartmut Schaffer ausgearbeitet hatte. Fenster einschlagen, Türen aufbrechen – das können die Feuerwehrleute nur selten üben „Bei Einsätzen versuchen wir immer, möglichst wenig Schaden zu verursachen. Weil das Gebäude bald abgerissen wird, mussten wir hier nicht vorsichtig sein.“ Und auch Alarmfahrten durch den Ort ist nicht jeder Feuerwehrmann aus den umliegenden Bauerschaften gewohnt – ebenfalls eine wertvolle Erfahrung für echte Einsätze.

Brüntjen, Schaffer, Kreisbrandmeister Andree Hoffbuhr und Vertreter der Gemeinde waren nach Abschluss der Übung und einem Rundgang durch das Gebäude zufrieden. „Die Verletzten wurden sehr zügig gefunden, die Abstimmung und die Wasserversorgung hat gut funktioniert“, so Brüntjen.

„Die Funkverbindung im Gebäude war etwas schwierig, dass sollte im neuen Gebäude aber besser sein“, ergänzte er. Bleibt zu hoffen, dass ein Einsatz dort nicht nötig wird.

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